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Stand Nov. 2017, ohne Gewähr

Tauchen in Ägypten

Weltposition Ägypten befindet sich im Nordosten von Afrika. Mit der zugehörigen Sinai-Halbinsel vom asiatischen Kontinent zählt Ägypten zu den interkontinentalen Staaten. Im Nordosten grenzt Ägypten an Israel und Jordanien, sowie Saudi-Arabien gegenüber dem Golf von Akaba und dem Roten Meer. Im Süden befindet sich der Sudan, im Westen Libyen.
Allgemeines über Ägypen …
Bereits 3000 vor Christus entstand hier eine Hochkultur, die auf den weltgeschichtlichen Verlauf einen großen Einfluß hatte. Nach 31 Dynastien wurde die Herrschaft der Pharaonen durch die Griechisch-römische Regierung 332 vor Christus abgelöst. Es folgte eine wechselvolle Geschichte vieler Fremdherrschaften, bis Ägypten im Jahr 1922 seine Selbständigkeit wieder erlangte. Im Inneren halten die Machtkämpfe um das Land mit häufigem Regierungswechsel an. Die jüngste Umbruchphase des Landes spitzte sich mit der Januarrevolution in 2011, und dem dann von der Regierung am 15. August 2013 ausgerufenen Ausnahmezustand zu.
Zur Reiseplanung nach Ägypten ist ein Blick auf die Reise- und Sicherheitshinweise des Auswärtigen Amts sinnvoll.

Nur ca. 5% der Landfläche von 1.001.449m² sind bewohnt. Kairo ist nicht nur die Hauptstadt von Ägypten, sondern gilt als das politische, wirtschaftliche und kulturelle Zentrum der Arabischen Welt. Von den über 80 Millionen Einwohnern Ägyptens, überwiegend Muslime, leben ca. 8 Millionen im Stadtgebiet von Kairo, in der Metropolregion über 16 Millionen. Eine Meldepflicht existiert nicht, so daß inoffizielle Schätzungen sogar von 25 Millionen Einwohner im Großraum Kairo ausgehen; fast 1/3 der Gesamtbevölkerung. Kairo zählt somit auch zu den größten und dicht besiedeltsten Städten der Welt. Die restlichen Einwohner verteilen sich im Wesentlichen auf die Städte entlang des Niels und den Gebieten des Tourismus. Der Tourismus ist der wichtigste Wirtschafszweig Ägyptens.

Zur Einreise ist i.d.R. ein Visum notwendig (kostenpflichtig je nach Aufenthaltsdauer und Aufenthaltsort). Eine Einreisekarte / Visumkarte sollte nach Erhalt im Flugzeug ausgefüllt werden. Der für die afrikanische Seite zusätzlich notwendige Visum-Aufkleber kann auch vor Ort am Flughafen für ca. 25€ gekauft werden (meist am Bankschalter am preiswertesten und beim Reiseveranstalter am teuersten). Die Währung ist das Ägyptische Pfund (EGP, E£). Vor Ort kann meist mit Euro bezahlt werden, wobei der Umrechnungsfaktor i.d.R. willkürlich angesetzt wird. So erhält man z.B. statt 20EGP nur 16EGP für 1€. Trinkgeld wird erwartet, aber übertreiben muß man auch nicht. Die Amtssprache ist Arabisch. Auch wenn die Kommunikation in englisch oder deutsch möglich ist, sollten einige Worte Arabisch als Zeichen des Respekts angewandt werden. Ebenso sollte bzgl. der Kleidung Rücksicht auf die Gepflogenheiten der Ägypter genommen werde - schließlich erwarten auch wir ein angepaßtes Verhalten unserer Besucher. Um dem ”Fluch der Pharaonen” möglichst zu umgehen, sollten nur abgekochte Lebensmittel bzw. original verschlossene Getränke zu sich genommen werden. Auf Eis im Getränk, wie auch auf Softeis o.ä. möglichst verzichten. Wie hygienisch die Reinigung vom Rohkost-Salat etc. ist, ist oft auch eine Frage des ”Glücks”. Eine zusätzliche Auslands-Krankenversicherung sollte vorhanden sein. Für ärztliche Behandlungen muß i.d.R. Vorkasse geleistet werden (ggf. die Kosten verhandeln!), die sich mit der Quittung von der Auslands-Krankenversicherung erstatten lassen. Genaue Infos sind bei der eigenen Krankenversicherung zu erfragen!

Trinkgelder werden durchaus erwartet. Der muslimischen Religion nach werden den Armen bzw. Bedürftigen Almosen gegeben, die als Bakschisch bezeichnet werden. Aufgrund des geringen Einkommens der Berufstätigen wird das Trinkgeld zunehmend existentiell, so daß das Trinkgeld ebenso mehr die Bedeutung des Bakschischs erhält. Für die Ägypter sind die (europäischen) Touristen sehr reich. Münzgeld anderer Währungen wird zwar angenommen, aber von den Banken nicht gewechselt und ist für die Einheimische somit kaum zu gebrauchen. Daher oft die Bitte gegen Scheine zu wechseln, auch gerne vom €uro oder US$. Aber Vorsicht, das kann auch ein Vorwand sein ins Portemonnaie zu greifen - wenn auch nur selten! Am Besten Scheine von E£, € oder US$ verwenden, von denen einige wenige lose in der Hosentasche sind, um das Portemonnaie nicht herausnehmen zu müssen. Sinnvoll ist es 1,- US$ Noten mit zu nehmen. In einigen Hotels befinden sich ATM-Geld- oder Wechselautomaten, die (nur) E£ heraus geben. Ohne gewollte Gegenleistung kein Bakschisch, es sei denn eine offensichtlich behinderte oder sehr alte Person bittet darum (ist dann wie eine Spende). Leider wird die religiöse Einstellung der Almosen teilweise ausgenutzt. In Metropolen oder an Kulturstätten wird durchaus versucht einem eine Leistung aufzudrängen, was mit einem energischen, bestimmenden, aber dennoch freundlichen ”la, shokran” (nein, danke) gekontert werden kann. Wird das nicht akzeptiert, ignorieren oder ausweichen bzw. weggehen. Bei einem unbelehrbaren Schuhputzer habe ich die dreist aufgebrachte Schuhputzcreme wieder abgewischt und in den Papierkorb geworfen. Fordert man den Schuhputzer auf die Paste zu entfernen, endet das sicherlich in einem zu bezahlenden Putzdienst. Kinder gehören tagsüber in die Schule und sind ansonsten mit einem Schokoladenkeks glücklicher bedient. Feste Werte für Bakschisch gibt es nicht, vielmehr gelebte Praxis und Anhaltswerte.
  • Kofferträger: 1 € je Koffer (in größeren Hotels das doppelte)
  • Zimmerservice: 5-10 E£ je Nacht
    (Wenn der Service nachläßt, wird′s Zeit für 5 E£ Bakschisch)
  • Kellner: 10% der Rechnung (aufrunden)
  • Toilettenbenutzung: 1 E£
  • Schuhverwahrer in der Mosche: 1 E£
  • Busfahrer/Taxifahrer ½ Tag: 20 E£
  • Busfahrer/Taxifahrer ein oder mehr Tage: 50 E£
  • Grab- bzw. Tempelwächter: 3-5 E£
  • Reiseleiter: 100 E£ / Woche oder 5% der Reisekosten
Weitestgehend ist es wie bei uns und nach persönlichen Ermessen.

Trinkwasser sollte nur aus original verschlossenen Flaschen genutzt werden; das kostet nicht viel. Das Wasser aus der Leitung ist zum Duschen ok., zum Zähneputzen kann es evtl. grenzwertig sein. Die Stromversorgung ist, wie bei uns, über 230V mit 50Hz. Stromadapter sind unter Umständen für Stecker mit Schutzkontakt nötig, da teilweise nur schmale Buchsen ohne Erdung vorhanden sind. Mit unserer Sommerzeit sind wir gleich der ägyptischen Zeit. Zu unserer Winterzeit gilt für Ägypten MEZ +1h. Im Süden, z.B. in Hamata, kann eine eigenen Hotelzeit mit +1h vorliegen. Positiv ist es immer ein bisschen die Landessprache anzuwenden, und sei es nur zur Begrüßung und dem Bedanken. Dazu finden sich hilfreiche ”Sprachführer Ägypten” auf anderen Internetseiten.

Für die Nutzung vom Internet ist es ratsam, sich eine Mobilfunkkarte mit Datenvolumen eines / des lokalen Mobilfunkanbieters zu beschaffen, da so eine bessere, schnellere, kostengünstigere und unabhängige Verfügbarkeit gegeben ist, als vom Hotel ggf. angeboten wird. Prepaid-Karen kosten ca. 4,- US$ für 3,5GB und sind am Flughafen oder in lokalen Telefonläden erhältlich. Manchmal werden die Karten von der Reiseleitung angeboten, bzw. gegen einen Aufschlag beschafft. Das Datenvolumen ist meist 4 Wochen nach Abschluß des Vertrages bzw. Aufladen verfügbar, die Karte / der Vertrag verfällt nach 6 Monaten ohne Nutzung - genaues vor Ort klären.

Allgemeines über das Rote Meer …
Das Rote Meer ist ein schmales, 2240km langes Nebenmeer des Indischen Ozeans, zwischen Nordost-Afrika und der Arabischen Halbinsel. Für die Namengebung gibt es mehrere Thesen. Zum einen wird die rosarot blühende Blaualge als Grund genannt, dessen rötlich schimmernde Algenblüte jedoch selten und unregelmäßig vorkommt. Zum anderen könnten phönizische Seefahrer den Namen wegen der rötlichen Färbung der Felsen vergeben haben, was am Eisenoxid im Gestein liegt. Wahrscheinlicher ist die Namenvergabe durch iranische Seefahrer des Altpersisches Reichs, die Himmelsrichtungen Farben zuwiesen. Aus Sicht dieser Achaimeniden lag das Rote Meer im Süden, dem die Farbe Rot zugeordnet war - das Schwarze Meer lag aus deren Sicht im Norden.

Im Norden ist es ca. 180km breit, weiter südlich bis 360km und verengt sich zum Golf von Aden bei Bab al-Mandab (”Tor der Tränen”) auf nur noch 29km. Hier hat es die Anbindung zum Arabischen Meer, das ein Teil vom Indischen Ozean ist. Diese Meeresenge ist lediglich 130m tief, hemmt den Wasseraustausch erheblich und läßt den Salzgehalt erheblich steigen. Abgesehen vom kommerziellen Salzabbau, kommt es dadurch im Roten Meer zu vermindertem Planktonwachstum, was zu oft ausgezeichneten Sichtweiten für Tauchen führt. Die Angaben zur durchschnittlichen Tiefe weichen sehr von einander ab (vermutlich ein Problem des gewählten Mittelwertes). Die auseinander driftenden Kontinentalplatten ergeben einen teils sehr zerklüfteten Grund mit tiefen Senken. Seine größte Tiefe erreicht es vor Port Sudan mit über 2600m.

Die über 2.000km Korallenriff haben jedoch durch rücksichtsloses Ankern, einleiten ungeklärter Abwässer und wildem Fischen - teils mit Dynamit - gelitten. Eine weitere Gefahr bergen der Transport und auch die Förderung von Öl. Im Norden wurde mit dem Bau des Suezkanal 1869 eine Verbindung zum Mittelmeer geschaffen, die das Rote Meer für die Schiffahrt noch bedeutsamer machte. Immer attraktiver für den Tourismus wurde diese ”Südsee” mit besserer Erreichbarkeit. Mit Wassertemperaturen von 21 bis 29°C über das ganze Jahr ist das Rote Meer ein ganzjähriges Ziel.

Allgemeines zum Tauchen in Ägypten …
Der Tauchsport ist der in Ägypten am meisten verbreitete Wassersport - das Rote Meer lädt regelrecht dazu ein. Leider hat es zu lange gedauert, bis die Ägypter an festen / bestimmten Stellen am Riff die Boote befestigen. Vorher wurde der Anker immer neu ausgeworfen und das Riff beschädigt. An etlichen Stellen ist diese Unachtsamkeit gegenüber der Natur noch zu sehen. Das erweiterte Naturbewußtsein lassen sich die Ägypter mit eine zusätzlichen Riff-Schutzgebühr (je Tauchtag fällig) bezahlen. Leider scheint das keine positive Entwicklung zum Plastikmüll mit sich gebracht zu haben ;-) Mittlerweile sind keine ungeführten Tauchgänge mehr zugelassen / möglich, wie es früher mal war. Der Guide muß demnach auch (anteilig) bezahlt werden. Meist kann man an der Tauchbasis freiwillig eine zeitlich begrenzte Versicherung bzgl. Tauchsportunfälle (Deko-Kammer) abschließen. Zwar sollte jeder Taucher eh so eine Versicherung haben, jedoch wird mit diesem Beitrag die immer bessere Struktur der Deko-Kammern unterstützt und sollte im Fall einer Behandlung die Kostendeckung sicherer abdecken.
Wer seine eigene Ausrüstung mit nimmt, sollte für kleinere Reparaturen sein eigenes Werkzeug dabei haben, da u.U. die Lokalen Anbieter nicht ein mal einen Schlüssel zum Befestigen eines Schlauches haben oder bereitstellen. Sich wegen derart marginaler Dinge die Ausrüstung doch kostenpflichtig leihen zu müssen wäre ärgerlich. Flasche und Blei (inkl. Gurt) sind im Preis vom Tauchgang inbegriffen. Sinnvoll sind einige Kopien vom Reisepaß, da diese für Bootsfahrten (Küstenwache) oder Sicherheitskontrollen anderer Hotels (Tauchplatz ab deren Strandabschnitt) benötigt werden, und das eigene Hotel u.U. nicht kopieren kann.
Nicht nur die Küstenabschnitte zwischen Hurghada - Safaga - Marsa Alam werden immer dichter erschlossen. Von Hurghada aus wird der Golf von Suez, und unterhalb Marsa Alam der Süden (bis zum militärischen Grenzbereich vor dem Sudan) für den Tourismus immer zugänglicher. Neben den Küstenabschnitten, von denen es teilweise weit auf‘s Rote Meer geht, stehen auch die reinen Schiffstouren (Nord- und Südtouren) zum Tauchen zur Verfügung. Das Tauchen ist in Ägypten nicht ganz preiswert, dafür taucht man aber auch quasi im ”Aquarium”.

Korallenriff-Führer Rotes Meer Unsere Empfehlung für ein Buch bzgl. Fische, Reptilien, Säugetiere, Wirbellose und Meerespflanzen ist der Korallenriff-Führer Rotes Meer von Ewald Lieske und Robert Meyers vom Kosmos Verlag (ISBN 3-440-09356-5). Auf 383 Seiten werden viele Informationen geboten.

 
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